DIE ENTSTEHUNG DER KUNSTAUGEN.
Bereits Ägypter, Chinesen, Römer und Griechen stellten aus Edelsteinen und Halbedelsteinen, Elfenbein, weißem Feldspat, Glas, Porzellan und durch Metalllegierungen künstliche Augen für Statuen, Statuetten, Mumien, Masken, Puppen und Spielzeugtiere her.

So waren bereits vor 2000 Jahren Fabri ocularii statuarum in Rom hoch angesehen. Auch Aristoteles (384-322 v.Chr.) erwähnte Marionetten mit beweglichen Augen. Im Mittelalter gab es dann bereits „Vorlegeaugen”, bemalte Augen aus Leder, die über den Augenlidern getragen und mit einem Federdraht am Kopf befestigt wurden. Ebenfalls gab es bereits „Einlegeaugen” aus Gold oder Silber, mit einer in Emailfarben bemalten Iris.

Die ersten gläsernen Augen wurden vermutlich in Venedig hergestellt, bevor im 17. Jahrhundert Paris zum Mittelpunkt für künstliche Glasaugen wurde. 1860 wurde Lauscha Dreh- und Angelpunkt für die Herstellung von künstlichen Augen. Der Durchbruch gelang damals F. AD. Müller durch die neuartige Verwendung von Kryolith-Glas. Entgegen den französischen Modellen aus Bleiglas waren die Augen aus Lauscha weit besser verträglich. Auf vielen Weltausstellungen wurden diese Produkte weltberühmt und noch heute werden die Prothesen so hergestellt wie vor rund 150 Jahren.

Mittlerweile hat sich auch die Herstellung der künstlichen Augen aus Kunststoff auf der Welt verbreitet. Kunststoffaugen sind allerdings bei weitem nicht so glatt an der Oberfläche und sehen nicht so natürlich aus wie Augen aus Glas. Auch dauert die Anpassung von Kunststoffprothesen bis zu drei Tage, während das Glasauge in einer Sitzung von ca. 2 Stunden geblasen ist. Deutsche wie auch Patienten aus dem Ausland schwören, einmal ein Glasauge getragen, auf dieses Produkt.